Waschmaschine im Bad verstecken: 3 Lösungen im Vergleich für Mietwohnung und Altbau
Eine Waschmaschine im Bad wirkt schnell unruhig, blockiert Stauraum und macht kleine Räume optisch noch enger. Mit der richtigen Lösung lässt sich ein 60 cm Gerät sauber integrieren, ohne Anschlüsse zu verbauen oder Ärger in der Mietwohnung zu riskieren.
Verglichen werden drei praxistaugliche Varianten: Unterbau mit Arbeitsplatte, Hochschrank und leichte Verkleidung mit Vorhang oder Schiebetür. Entscheidend sind Badgröße, Anschlusslage, Budget und die Frage, ob gebohrt werden darf.
Auf einen Blick
- Günstigste Lösung: Vorhang oder leichte Schiebetür ab etwa 60 bis 180 EUR, gut für Mietwohnungen und WG-Bäder.
- Ordentlichste Lösung: Waschmaschinen-Hochschrank ab etwa 250 bis 700 EUR, braucht aber mindestens 65 cm Breite und gute Belüftung.
- Alltagstauglicher Kompromiss: Unterbau mit Arbeitsplatte für 120 bis 450 EUR, ideal bei 60 cm Standardgeräten.
- Wichtig im Bad: Steckdosen und Geräte müssen zur Feuchtraum-Situation passen, relevant ist DIN VDE 0100-701.
Drei Lösungen im direkten Vergleich
| Lösung | Typische Kosten | Geeignet für |
| Unterbau mit Arbeitsplatte | 120 bis 450 EUR | Neubau-Bad, gerader Anschlussbereich, 60 cm Gerät |
| Waschmaschinen-Hochschrank | 250 bis 700 EUR, Schreiner ab 900 EUR | Familienbad, viel Stauraum, ruhige Optik |
| Vorhang oder leichte Schiebetür | 60 bis 280 EUR | Mietwohnung, WG, schmale Altbau-Nische |
| Maßnische vom Schreiner | 900 bis 1.800 EUR | Eigentumswohnung, schwierige Grundrisse, hochwertige Bäder |

Option 1: Unterbau mit Arbeitsplatte
Die einfachste feste Lösung ist eine wasserfeste Arbeitsplatte über der Waschmaschine. Ein Standardgerät misst meist 59,5 bis 60 cm in der Breite, rund 60 cm in der Tiefe und 84 bis 85 cm in der Höhe. Für die Platte sollten Sie seitlich jeweils 1 bis 2 cm Luft einplanen, damit das Gerät beim Schleudern nicht gegen Möbelteile schlägt.
Geeignet sind kompakte HPL-Platten, beschichtete Küchenarbeitsplatten oder Multiplex mit sauber versiegelten Kanten. Eine 120 cm breite Platte aus dem Baumarkt kostet etwa 45 bis 120 EUR, zwei stabile Konsolen 25 bis 60 EUR und Kantenumleimer oder Silikon 10 bis 20 EUR. Wer nicht selbst montiert, zahlt für einen Handwerker meist 120 bis 250 EUR zusätzlich.
Der Vorteil: Oberhalb der Maschine entsteht eine Ablage für Waschmittel, Handtücher oder einen Wäschekorb. Der Nachteil: Die Front der Waschmaschine bleibt sichtbar. In der Praxis wirkt diese Lösung besonders gut, wenn daneben ein 30 oder 40 cm breiter Unterschrank steht und die Platte beide Elemente zusammenfasst.
Option 2: Hochschrank für Waschmaschine und Stauraum
Ein Hochschrank kaschiert die Waschmaschine am konsequentesten. Üblich sind Außenbreiten von 65 bis 70 cm, Tiefen von 65 bis 70 cm und Höhen zwischen 180 und 210 cm. Über dem Gerät bleibt Platz für Waschmittel, Ersatzhandtücher oder Körbe.
Fertige Waschmaschinen-Schränke aus dem Möbelhandel kosten etwa 250 bis 700 EUR. Günstige Modelle unter 200 EUR sind oft weniger verwindungssteif und im Bad nur bedingt langlebig, wenn Kanten und Rückwand nicht ausreichend feuchtebeständig sind. Eine Maßanfertigung vom Schreiner liegt realistisch bei 900 bis 1.800 EUR, je nach Dekor, Beschlägen und Einbauaufwand.
Wichtig ist die Hinterlüftung. Hinter dem Gerät sollten mindestens 5 cm Luft bleiben, bei knappen Anschlüssen eher 8 bis 10 cm. Türen dürfen das Gerät nicht komplett luftdicht einschließen, denn Restfeuchte und Wärme müssen entweichen können.
Option 3: Vorhang oder leichte Schiebetür
Für Mietwohnungen ist die reversible Lösung oft die beste. Eine Klemmstange, ein Duschvorhang aus waschbarem Textil oder eine leichte Schiebetür auf geklebter Führung verdeckt das Gerät ohne große Eingriffe. Materialkosten liegen meist zwischen 60 und 180 EUR, bei besseren Schiebepaneelen eher bei 180 bis 280 EUR.
Der große Vorteil ist die geringe bauliche Bindung. Beim Auszug lässt sich fast alles rückstandsfrei entfernen. Optisch ist diese Lösung weniger hochwertig als ein Schrank, funktioniert aber in einem 4 bis 6 m² Bad häufig besser, weil keine zusätzlichen Türflügel in den Bewegungsraum ragen.
Wenn Sie parallel mehr Ordnung im Bad schaffen möchten, passt ein vertiefender Ratgeber zu Badezimmer Stauraum planen gut an diese Stelle.
Maße und Planung: So prüfen Sie, was in Ihr Bad passt
Vor dem Kauf eines Schranks oder einer Platte sollten Sie nicht nur die Gerätebreite messen. Entscheidend sind auch Türanschlag, Schlauchführung, Steckdose, Siphon, Bewegungsfläche und der Weg durchs Treppenhaus. Eine Maschine mit 60 cm Tiefe kann inklusive Schläuchen schnell 65 bis 68 cm beanspruchen.
Mindestens diese Maße aufnehmen
Messen Sie die Breite der Nische an drei Punkten: unten, mittig und oben. Gerade in Altbauwohnungen sind Wände selten exakt parallel. Eine Nische mit nominell 62 cm kann an der engsten Stelle nur 60,5 cm haben, was für einen Möbelumbau zu knapp ist.
Prüfen Sie außerdem die Türbreite. Viele ältere Bäder haben nur 68 bis 73 cm lichte Durchgangsbreite. Das reicht für die meisten 60 cm Waschmaschinen, wird aber eng, wenn ein Hochschrank vormontiert geliefert wird. Möbelteile sollten in solchen Fällen zerlegt oder vor Ort aufgebaut werden.
Vor der Waschmaschine sollten mindestens 70 cm freie Tiefe bleiben, damit Sie die Tür öffnen und Wäsche entnehmen können. Bei Frontladern mit großem Bullauge sind 80 cm angenehmer. In einem Schlauchbad mit 1,60 m Breite kann ein nach außen öffnender Schrankflügel deshalb schnell stören.
Realistisches Beispiel aus einem Altbau-Bad
In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg steht die Waschmaschine in einem 5,2 m² Bad zwischen Waschbecken und Wand. Die Nische ist unten 64 cm, oben aber nur 62 cm breit, die Maschine misst 59,8 cm. Ein Hochschrank von 65 cm Außenbreite fällt aus, eine 70 cm tiefe Arbeitsplatte mit seitlicher Blende funktioniert dagegen gut.
Die Materialkosten liegen hier bei rund 160 EUR: 85 EUR für eine beschichtete Platte, 35 EUR für Konsolen, 20 EUR für Silikon und Kantenband sowie 20 EUR für eine Antivibrationsmatte. Mit Montage durch einen Handwerker kommen etwa 180 EUR dazu. Gesamt: ungefähr 340 EUR.
Erfahrungsgemäß lohnt es sich, vor dem Zuschnitt eine Pappschablone auf den Boden zu legen. So sehen Sie sofort, ob Körbe, WC, Tür und Waschbecken noch sinnvoll nutzbar sind.
Kosten realistisch rechnen: Material, Montage und Folgekosten
Die sichtbaren Möbelkosten sind nur ein Teil der Rechnung. Häufig kommen kleinere Elektroarbeiten, neue Schläuche, ein Geräteanschluss oder Schallschutz dazu. Gerade im Bad sollten improvisierte Mehrfachsteckdosen vermieden werden.
Typische Preisbereiche
Eine einfache Unterbau-Lösung kostet bei Eigenmontage etwa 120 bis 250 EUR. Mit Handwerker sind 250 bis 500 EUR realistisch. Ein solider Waschmaschinen-Hochschrank kostet 250 bis 700 EUR, plus 150 bis 350 EUR Montage, wenn Zuschnitt, Wandbefestigung und Ausrichten erledigt werden sollen.
Für eine neue Steckdose im Bad müssen Sie grob 150 bis 350 EUR kalkulieren, abhängig von Leitungslänge, Wandaufbau und vorhandener Absicherung. Ein neuer Zulaufschlauch mit Aquastop kostet 25 bis 60 EUR, ein Ablaufschlauch 10 bis 25 EUR. Eine brauchbare Antivibrationsmatte liegt bei 20 bis 60 EUR.
Bei Maßarbeit vom Schreiner beginnen einfache Umbauten meist bei 900 EUR. Mit lackierten Fronten, Push-to-open-Beschlägen und passgenauer Deckenblende sind 1.400 bis 1.800 EUR nicht ungewöhnlich. Dafür bekommen Sie eine Lösung, die auch in schiefen Altbau-Nischen sauber sitzt.
Mietwohnung: Was darf ohne Zustimmung passieren?
In der Mietwohnung sind mobile und rückbaubare Lösungen klar im Vorteil. Bohren in Fliesen, neue Leitungen oder fest verklebte Schienen sollten Sie vorher mit dem Vermieter abstimmen. Kleine Bohrungen in Fugen sind oft weniger problematisch als Bohrungen direkt in Fliesen, rechtlich hängt es aber vom Einzelfall und vom Mietvertrag ab.
Eine Klemmstange, ein freistehendes Regal oder ein nicht verschraubter Unterschrank sind meist unkritischer. Wenn Sie unsicher sind, dokumentieren Sie den Zustand vor der Montage mit Fotos. Für weitere reversible Lösungen passt Mietwohnung renovieren ohne Bohren als ergänzendes Thema.
Montage, Elektrik und Schallschutz im Bad

Im Bad treffen Wasser, Strom, Vibration und enge Grundrisse aufeinander. Deshalb sollte die Waschmaschine nicht einfach eingehaust werden, nur weil es optisch schöner aussieht. Wartung, Belüftung und Sicherheit bleiben wichtiger als eine geschlossene Möbelfront.
Elektrik nach Feuchtraum-Situation planen
Für elektrische Anlagen in Räumen mit Badewanne oder Dusche ist DIN VDE 0100-701 relevant. Steckdosen dürfen nicht beliebig nah an Dusche oder Wanne sitzen. In der Praxis sollte ein Elektrofachbetrieb prüfen, ob Schutzbereich, FI-Schutzschalter und Leitung zur geplanten Nutzung passen.
Eine Waschmaschine braucht keine Luxusinstallation, aber eine ordentliche Steckdose mit Schutzkontakt und geeigneter Absicherung. Verlängerungskabel hinter dem Gerät sind ungünstig, weil sie warm werden können und schlecht kontrollierbar sind. Wenn der Schrank die Steckdose verdeckt, muss sie trotzdem erreichbar bleiben.
Wasseranschlüsse zugänglich halten
Zulauf, Aquastop und Ablauf dürfen nicht dauerhaft hinter einer verschraubten Rückwand verschwinden. Planen Sie eine Revisionsöffnung oder eine offene Rückseite. Wenn im Notfall der Hahn nicht erreichbar ist, wird aus einer optischen Verbesserung ein praktisches Risiko.
Bei sehr knappen Nischen helfen flache Siphons und seitlich geführte Schläuche. Das kostet je nach Bauteil etwa 20 bis 80 EUR. Arbeiten am Wasseranschluss sollten sauber ausgeführt werden, denn ein kleiner Tropfschaden bleibt hinter Möbeln lange unbemerkt.
Vibrationen und Schallschutz
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Die Waschmaschine wird auf unebenem Dielenboden in einen engen Schrank geschoben, ohne sie exakt auszurichten. Beim Schleudern wandert das Gerät dann, schlägt gegen Seitenwände und überträgt Schwingungen in Boden und Wand.
Richten Sie die Füße mit Wasserwaage aus und lassen Sie seitlich mindestens 1 bis 2 cm Luft. Eine Antivibrationsmatte kann helfen, ersetzt aber keine korrekte Ausrichtung. Für den baulichen Schallschutz ist DIN 4109 ein bekannter Bezugspunkt, auch wenn sie in Bestandswohnungen nicht jede Alltagssituation löst.
Wenn Lärm im Altbau ein grundsätzliches Thema ist, lohnt ein separater Blick auf Schallschutz Altbauwohnung. Besonders in WGs oder Mehrfamilienhäusern ist die Kombination aus richtiger Aufstellung und passenden Waschzeiten oft wirksamer als teure Möbel.
Welche Lösung passt zu welchem Haushalt?
Kleine WG oder Studentenwohnung
In einer WG zählt Robustheit mehr als perfekte Optik. Ein waschbarer Vorhang, eine Klemmstange und ein schmales Regal für Waschmittel reichen oft aus. Kostenpunkt: etwa 70 bis 150 EUR, Montagezeit unter zwei Stunden.
Wichtig ist, dass jeder an Flusensieb, Stecker und Wasserhahn kommt. Geschlossene Schränke sehen besser aus, werden in WGs aber schnell falsch beladen oder als Abstellfläche überlastet. Offene, einfache Lösungen sind hier alltagstauglicher.
Neubau-Bad mit geraden Wänden
Im Neubau sind Wände und Anschlüsse meist planbarer. Ein Hochschrank oder ein sauberer Unterbau mit durchgehender Platte wirkt ordentlich und lässt sich gut mit Waschtischunterschrank und Spiegelschrank abstimmen. Bei 6 bis 8 m² Badfläche kann ein 70 cm breiter Hochschrank funktionieren, ohne den Raum zu erdrücken.
Achten Sie auf feuchtebeständige Korpusse und Kanten. MDF mit schlechter Beschichtung quillt im Bad schnell auf. Besser sind melaminbeschichtete Platten, HPL-Oberflächen oder hochwertige Badmöbelserien.
Altbau mit schiefen Wänden und wenig Platz
Aus eigener Erfahrung ist der Altbau der schwierigste Fall, weil Anschlüsse oft dort sitzen, wo Möbelhersteller keine Ausschnitte vorgesehen haben. Hier ist eine halboffene Maßlösung häufig sinnvoller als ein günstiger Standardschrank. Schon 2 cm Wandversatz können verhindern, dass Türen sauber schließen.
Wenn das Budget begrenzt ist, wählen Sie eine Platte mit seitlicher Blende statt eines kompletten Schranks. Damit wirkt der Bereich ruhiger, bleibt aber zugänglich. Bei Eigentum kann sich eine Schreinerlösung lohnen, wenn gleichzeitig Waschbecken-Unterschrank und Hochschrank als Einheit geplant werden.
Zusammenfassung
- Waschmaschine zuerst exakt messen: Breite, Tiefe mit Schläuchen und Höhe inklusive Stellfüßen.
- Für kleine Mietbäder sind Vorhang oder leichte Schiebetür am flexibelsten.
- Unterbau mit Arbeitsplatte ist der beste Kompromiss aus Preis, Optik und Alltagstauglichkeit.
- Hochschränke brauchen Luft, stabile Seitenwände und zugängliche Anschlüsse.
- Elektrik im Bad nicht improvisieren, DIN VDE 0100-701 und FI-Schutz beachten lassen.
- Seitlich 1 bis 2 cm Luft und hinten mindestens 5 cm Platz einplanen.
- Bei Altbau und schiefen Nischen vor dem Kauf mit Schablone oder genauem Aufmaß arbeiten.
Häufige Fragen
Kann ich eine Waschmaschine komplett in einen Schrank stellen?
Ja, wenn genug Luft, eine stabile Konstruktion und zugängliche Anschlüsse vorhanden sind. Die Rückseite sollte offen bleiben oder Revisionsöffnungen haben. Das Gerät darf beim Schleudern nicht gegen Seitenwände schlagen.
Wie viel Platz braucht eine Waschmaschine im Bad wirklich?
Für ein 60 cm Standardgerät sollten Sie mindestens 64 bis 66 cm Nischenbreite und 65 bis 70 cm Tiefe einplanen. Vor dem Gerät sind 70 bis 80 cm Bewegungsfläche sinnvoll, damit die Tür bequem geöffnet werden kann.
Was kostet es, eine Waschmaschine im Bad zu verstecken?
Eine einfache Vorhanglösung beginnt bei etwa 60 EUR. Ein Unterbau mit Platte liegt meist bei 120 bis 450 EUR. Ein Hochschrank kostet häufig 250 bis 700 EUR, Maßarbeit vom Schreiner etwa 900 bis 1.800 EUR.
Darf ich in einer Mietwohnung Fliesen für einen Schrank anbohren?
Das sollten Sie vorher mit dem Vermieter klären, besonders bei Bohrungen direkt in Fliesen. Rückbaubare Lösungen wie Klemmstangen, freistehende Regale oder geklebte leichte Führungen sind meist die sicherere Wahl.
Brauche ich eine spezielle Steckdose für die Waschmaschine im Bad?
Die Steckdose muss zur Feuchtraum-Situation passen und korrekt abgesichert sein. Relevant ist DIN VDE 0100-701. Lassen Sie neue oder versetzte Steckdosen immer von einem Elektrofachbetrieb planen und ausführen.
Hilft eine Antivibrationsmatte gegen lautes Schleudern?
Sie kann helfen, kostet meist 20 bis 60 EUR und reduziert kleine Vibrationen. Wichtiger ist aber, dass die Maschine exakt waagerecht steht, die Transportsicherungen entfernt sind und seitlich genug Abstand bleibt.
